Helferkreis Asyl Kirchheim b. München e.V. - Flüchtlinge in Kirchheim

Flüchtlinge

Auf dieser Seite wollen wir von den Flücht­lingen in Kirch­heim berich­ten. Zunächst möchten wir die wich­tigs­ten Fragen zu den schon in Kirch­heim ange­kommenen Flücht­lingen beant­wor­ten.

Wie viele Asyl­bewerber und anerkannte Flüchtlinge leben in Kirch­heim? Wie sind sie unter­gebracht? In Kirch­heim halten sich im Moment ca. 125 Flücht­linge in einer Unter­kunft und mehreren Wohnun­gen auf. 
  • Seit Septem­ber 2015 wohnen ca. 75 Flücht­linge in einer neu errich­teten Unter­kunft mitten in Heim­stetten. Diese Plätze werden vorzugs­weise an Familien mit Kindern vergeben. Jürgen Gnuschke ist der Stand­ort­ver­ant­wort­liche für diese Unter­kunft. Benut­zen Sie bitte unser wenn Sie ihm etwas mit­teilen möch­ten.
  • Weitere Flücht­linge - vor­wiegend solche, die über einen Aus­bildungs­platz ver­fügen - leben in ver­schiede­nen Wohnun­gen in Kirch­heim und Heim­stetten.
  • Einige unbe­glei­tete minder­jährige Flücht­linge leben in mehreren Wohn­grup­pen. Eine Wohn­gruppe in Heim­stet­ten wird von IMMA e.V. betreut, zwei weitere in Kirch­heim von der AWO Mün­chen-Land. Schließ­lich hat auch eine Wohn­gruppe der Inneren Mission in Heim­stet­ten einige Flücht­linge auf­ge­nom­men. Weitere Einzel­heiten finden Sie

Viele Bewohner sind noch Flücht­linge. Andere sind schon als Flücht­linge aner­kannt oder haben einen anderen Status, der ihnen auf Zeit einen Auf­ent­halt in Deutsch­land gestat­tet. Diese Flücht­linge sind auf der Suche nach einer regu­­lären Wohnung.

Aus welchen Ländern kommen sie?

Die vier größten Gruppen bilden Flücht­linge aus , Nigeria, und dem Senegal. Außerdem wohnen in Kirch­heim Flücht­linge aus dem Irak, Ägypten, Pakistan, der Republik Kongo und weiteren afri­kani­schen Ländern.

Weitere Infor­ma­tio­nen über die Her­kunfts­länder finden Sie

Erzählen Flücht­linge ihre Geschichte?

Das Inte­resse der Alt­ein­geses­senen an den per­sön­lichen Schick­sa­len der Flücht­linge ist ver­ständ­lich. Aber viele Flücht­­linge kommen trau­ma­ti­siert in Deutsch­land an oder sie befürch­ten, weiter Bedro­hun­gen aus­ge­setzt zu sein. U.a. deshalb und aus Daten­schutz­grün­den muss man mit Befra­gun­gen und Ver­öffent­lichun­gen sehr zurück­hal­tend sein. Ange­mes­sener und leichter ist es, mit Flücht­­lingen über ihren Neu­anfang in Deutsch­land zu sprechen.

Die der Gemeinde Kirch­heim hat in den Kirch­heimer Mit­tei­lungen (KiMi) einige Inter­views mit Geflüch­teten ver­öffent­licht. Suchen Sie in unserem Archiv von KiMi-Artikeln nach „Kirch­heimer Geflüch­tete stellen sich vor”. Weitere Berichte sind in der Presse erschie­nen, z.B. diese Ver­öffent­lichung auf der Web­seite des Jesuit Refugee Service.

Wie sind die Unter­künfte ausge­stattet?

Die Wohn­ein­heiten in der Unter­kunft in der Orts­mitte von Heim­stetten bestehen über­wiegend aus je zwei Zimmern mit jeweils maximal je 3 Betten und Spinden sowie einem Vorraum mit einer kleinen Küchen­zeile, einem Essplatz und einem kleinen Dusch­bad mit Toilette.

In den meisten Fällen werden die Wohn­ein­heiten von einer großen oder von zwei kleinen Familien bewohnt. Einige weitere Räume (Wasch­küche, Spiel­zimmer, Gemein­schafts­raum, Unter­richts­raum) werden gemein­schaft­lich oder zusammen mit dem Helfer­kreis genutzt.

Welche Vor­bil­dung haben die Flücht­linge mit­ge­bracht? Die Vor­bil­dung der Flücht­linge reicht von ein­fachen Schreib- und Lese­kennt­nissen bis zur Univer­sität. Etliche Flücht­linge haben eine Berufs­aus­bil­dung. Die Schul- und Aus­bil­dungs­ab­schlüsse sind aber in der Regel mit deut­schen Abschlüs­sen nur schwer ver­gleich­bar. Einige Flücht­linge mussten zunächst in Alpha­be­ti­sierungs­kursen die bei uns gebräuch­liche latei­ni­sche Schrift erler­nen.
Wie steht es um die Deutsch­kennt­nisse der Flücht­linge? Dem Helfer­kreis ist es gelungen, einen großen Teil der Flücht­linge in Deutsch­kursen und Berufs­vor­berei­tungs­kursen unter­zu­bringen. Siehe dazu die Erläu­terungen bei der AG „Sprache und Bildung”.
Wovon leben die Flücht­linge?

Solange die Asyl­bewerber keine anderen Ein­künfte haben, werden sie nach dem Asyl­bewerber­leis­tungs­gesetz versorgt. Die Leis­tungen setzen sich im Wesent­lichen aus den Kompo­nenten Hilfe zum Lebens­unter­halt, Taschen­geld und Unter­kunft zusammen. Dies führt bei Allein­stehen­den zu einer monat­lichen Bar­aus­zahlung von ca. 359 €, je nach den in der Unter­kunft gewähr­ten Sach­leistun­gen auch etwas weniger.

Nach einem Auf­ent­halt von 15 Monaten werden nor­maler­weise die so genann­ten „Analogleistungen” nach §2 AsylbLG erbracht. Diese entsprechen in Form und Höhe weitestgehend der normalen Sozialhilfe nach dem SGB XII.

Nach ihrer Aner­ken­nung als Flücht­linge bzw. Asyl­berech­tigte erhal­ten die meisten Flücht­linge anstelle der Asyl­bewer­ber­leis­tun­gen Leis­tun­gen ent­spre­chend SGB II (Hartz IV). Weitere Angaben dazu finden Sie auf der Seite der AG „Arbeit und Inte­gra­tion”

Gehen die Kinder und Jugend­lichen in die Schule oder in den Kinder­garten? Alle ca. 10 schul­pflich­tigen Kinder und Jugend­lichen besuchen Grund­schulen oder die Mittel­schule in Kirch­heim. Einige kleine Kinder haben einen Platz in einem Kinder­garten gefunden.
Haben sie Arbeit gefunden?

Frühe­stens drei Monate nachdem der Asyl­antrag in Deutsch­land gestellt wurde, dürfen Asyl­bewerber, die nicht aus soge­nann­ten sicheren Her­kunfts­ländern kommen, arbeiten. Hierzu bedarf es einer Arbeits­erlaub­nis, die bei der Aus­länder­behörde im Landrats­amt bean­tragt werden muss. Sobald der Asyl­bewerber über eigene Ein­künfte verfügt, werden die Asyl­bewerber­leistun­gen gekürzt. Siehe dazu die Erläu­terungen bei der AG Arbeit und Inte­gra­tion.

Der Helfer­kreis Asyl bemüht sich je nach Fähig­keiten und Aus­bildungs­stand der Flücht­linge Arbeits- und Aus­bildungs­plätze zu finden. Erfreu­licher­weise ist es gelungen, dass sich schon viele der erwerbs­fähigen Flücht­linge aus Kirch­heim in einem Arbeits- oder Aus­bildungs­ver­hält­nis befin­den.

Haben die Flücht­linge Fern­sehen und Internet?

In der Unter­kunft in Heim­stet­ten gibt es An­schlüsse für Satel­liten­fern­sehen in allen Wohn­ein­heiten. Die Bewohner in der mit Aus­zu­bil­den­den und berufs­tätigen Flücht­lingen belegten kleinen Unter­kunft in Kirch­heim müssen sich mit Fern­sehen via DVB-T2 behelfen. Ihnen steht ein TV-Gerät in der Gemein­schafts­küche zur Ver­fügung.

Für die Flücht­linge ist das Internet ein ganz wichti­ges Informa­tions­medium und wesent­licher Kommuni­ka­tions­kanal in ihre Heimat­länder, unter­einander und in die neue Umgebung. Die Bewohner haben sich lange Zeit mit dem mobilen Internet behelfen müssen oder kosten­lose Hotspots in Kirch­heim oder im Stadt­gebiet München genutzt, z.B. im Jugend­zen­trum JUZ, in der Gemeinde­büche­rei oder in der Stadt­bib­lio­thek München

Der Helfer­kreis hat sich erfolg­reich darum bemüht, den Flücht­lingen in Kirch­heim einen leis­tungs­fähi­gen Internet­zugang zu ermög­lichen. Derzeit gibt es in der Unter­kunft in Heim­stetten eine WLAN-Lösung, die auf der Technik von Freifunk beruht. Auch in der Unter­kunft in Kirch­heim haben wir einen solchen Inter­net­zugang ein­gerich­tet.

In der Unter­kunft in der Räter­straße wird das Internet auch für das Asylplus-Lern­zen­trum zum selbst­ständi­gen Deutsch­lernen genutzt.

Welche Infor­ma­tions­angebote gibt es für die Flücht­linge selbst?

Diese Home­page wendet sich bisher vor­rangig an die Öffent­lich­keit, d.h. vor allem an die Bürger der Gemeinde Kirch­heim bei München und an die Helfer und Unter­stützer des Helfer­kreises Asyl Kirch­heim b. München e.V..

Für Flücht­linge hat die ARD die Webseite „Guide for refugees | Weg­weiser für Flücht­linge” in deut­scher, eng­lischer und arabi­scher Sprache zur Ver­fügung gestellt, von der sie wich­tige Infor­ma­tionen erschlie­ßen können.

Weitere Informa­tions­quellen, die sich direkt an die Flücht­linge wenden, finden Sie

Und wo kann man sich als Helfer oder Inte­res­sier­ter über die Themen Flucht und Asyl infor­mie­ren?

Der Sach­ver­ständi­gen­rat deut­scher Stif­tun­gen für Inte­gra­tion und Migra­tion (SVR) hat eine Bro­schüre „Fakten zur Asyl­poli­tik” heraus­gebracht, in der viele Fragen beant­wor­tet werden.

Ausdauer braucht es für die umfang­reiche Studie der Robert Bosch Stiftung „Wie gelingt Inte­gra­tion? Asyl­suchende über ihre Lebens­lagen und Teil­habe­per­spek­tiven in Deut­schland”. Aber es gibt auch eine Zusam­men­fas­sung.

Beson­ders leicht zu lesen ist das Infor­ma­tions­heft „Flucht und Asyl” in ein­facher Sprache der Bundes­zen­trale für poli­tische Bildung.

Mehr Infor­ma­tio­nen finden Sie auch auf unserer Seite