AG „Arbeit & Integration” im Helferkreis Asyl Kirchheim b. München e.V. - Arbeitsaufnahme

AG Arbeit & Integration - Arbeitsaufnahme

Arbeit fördert die Inte­gra­tion und hilft gegen die drohende Iso­lie­rung und Depri­va­tion. Die Flücht­linge kommen aus der Unter­kunft hinaus und werden mit der deut­schen Sprache und Reali­tät konfron­tiert. Nach drei Monaten Auf­ent­halt in Deutsch­land dürfen Asyl­bewer­ber nach aktuel­lem Bundes­recht eine Arbeits­erlaub­nis bean­tragen.

Die Helfer der Arbeits­gruppe „Arbeit und Inte­gra­tion” suchen für interes­sierte Flücht­linge geeig­nete Arbeits­stellen und Aus­bil­dungs­plätze. Sie unter­stützen sie bei der Bewer­bung, bei der Beschaf­fung der Arbeits­erlaub­nis und bei den not­wendi­gen For­mali­täten mit Ver­sicherun­gen, Bank und Finanz­amt.

Die AG „Arbeit und Inte­gra­tion” enga­giert sich nicht nur für die Arbeits­auf­nahme der Asyl­bewer­ber, sondern hilft Flücht­lingen, die einen sta­bilen Auf­ent­halts­titel erlangt haben, z.B. weil sie als Flücht­linge aner­kannt worden sind, sich in Deutsch­land zu eta­blie­ren. Neben der Arbeits­auf­nahme, die auf dieser Seite beschrie­ben wird, gehören dazu ins­beson­dere die Ein­glie­derung in das deutsche Sozial­system, die Teil­nahme an Inte­gra­tions­kur­sen, die Wohnungs­suche und der Fami­lien­nach­zug. Diese Akti­vi­tä­ten werden auf der Seite „Inte­gra­tions­beglei­tung” der AG beschrie­ben.

Die AG „Arbeit und Inte­gra­tion” ist stolz auf ihre Erfolge. Trotz der lästi­gen Hinder­nisse, die bei der Beschaf­fung von Arbeits­erlaub­nissen immer wieder zu über­winden sind, befin­den sich derzeit über zwanzig der erwerbs­fähigen Flücht­linge aus Kirch­heim in einem Arbeits- oder Aus­bildungs­ver­hält­nis.

Die Ansprech­part­nerin der AG „Arbeit und Inte­gra­tion” ist Gerlinde Reichart. Benut­zen Sie bitte unser wenn Sie ihr etwas mit­teilen möch­ten.
Aufgabe

Was ist zu tun?

Weitere Informa­tionen

Klärung der Voraus­setzun­gen Vor der Arbeits­suche und der Arbeits­auf­nahme von Flücht­lingen müssen sehr unter­schied­liche Fragen beant­wor­tet werden. Welchen Zugang zum Arbeits­markt Flücht­linge besitzen, hängt ins­beson­dere von Ihrem Aufent­halts­titel ab. Ein Flyer des Land­keises Mün­chen über die Mög­lich­keiten der Arbeits­markt­inte­gra­tion von Flücht­lingen gibt einen leicht ver­ständ­lichen Über­blick. In einer Bro­schüre der Bundes­agentur für Arbeit findet man weitere Details.
Die oben erwähnte 3-Monats­frist beginnt mit der Aus­stel­lung der BüMA (Beschei­ni­gung über die Meldung als Asyl­suchen­der). Es ist deshalb wichtig, dass die Asyl­suchen­den die BüMA in Origi­nal und Kopie sicher auf­bewah­ren.
Abschlüsse aus dem Hei­mat­land Vor der Arbeits- oder Aus­bildungs­suche muss geklärt werden, welche Voraus­setzun­gen der Flücht­ling aus seinem Heimat­land mit­bringt. Dabei muss zwischen schuli­schen, uni­ver­si­tären und beruf­lichen Abschlüs­sen unter­schieden werden. Für alle drei Bereiche bietet das Infor­mations­portal „Aner­ken­nung in Deutsch­land” der Bundes­regie­rung einen guten Ein­stieg.
  Einen anderen Weg für Stu­die­rende ohne Nach­weise aus dem Heimat­land öffnet die Kiron Uni­ver­sity. Sie ermög­licht den Einstieg mit Online-Kurse renom­mier­ter Uni­ver­si­tä­ten und den späteren Abschluss an einer klas­si­schen Uni­ver­si­tät. Eine Webseite des Goethe-Insti­tuts erläu­tert diesen Weg sehr anschau­lich.
Beruf­liche Quali­fi­ka­tionen  Die Hand­werks­kammer für München und Ober­bayern ist der lokale Ansprech­partner für das Berufs­aner­ken­nungs­ver­fahren. Auf der Home­page der Hand­werks­kammer findet man dazu weiter­führende Infor­ma­tionen und das Antrags­formu­lar.
Auch von den Indus­trie- und Han­dels­kam­mern wird ein Berufs­aner­ken­nungs­ver­fahren ange­boten. Diese Ver­fahren wird von der IHK FOSA durch­ge­führt. Infor­ma­tionen und Antrags­formu­lare findet man hier.
Das Ent­wick­lungs­pro­jekt „ValiKom” bietet Men­schen ohne for­malen Berufs­abschluss unter bestimm­ten Vor­aus­setzun­gen Mög­lich­keiten zur Vali­die­rung ihrer berufs­rele­van­ten Kom­pe­tenzen.
Über­setzun­gen Wenn Doku­mente nicht in Deutsch oder einer anderen zuge­lassenen Sprache vor­lie­gen, müssen von einem öffent­lich bestell­ten und beei­digten Über­setzer Über­setzun­gen ange­fertigt werden. Solche Über­setzer können gege­benen­falls auch aus dem Ausland vor­lie­gende Über­setzun­gen beglau­bi­gen. Adressen von Über­setzern findet man bei ihren Berufs­ver­bänden BDÜ und VbDÜ. Beachten Sie bitte, dass „Über­setzer” und „Dol­met­scher” keine geschütz­ten oder gesetz­lich defi­nier­ten Berufs­bezeich­nungen sind.
Praktika Oft ist es sinnvoll, dass der Flücht­ling zunächst in einem Prak­ti­kum Erfahrun­gen sammelt und den Arbeit­geber von seiner Eignung über­zeugt. Hier finden Sie weitere
Ausbil­dung Der Helfer­kreis bemüht sich, Aus­bildungs­plätze für Flücht­linge zu finden und hat auch schon Erfolge vor­zu­weisen. finden Sie weitere Informa­tionen.
Jobver­mittlung Die Helfer der AG „Arbeit und Inte­gra­tion” ver­suchen, die Arbeits­wünsche und -möglich­keiten der Flücht­linge und die Arbeits­angebote zusam­men­zu­brin­gen. Die Akqui­si­tion von Arbeits­ange­boten gelingt vor allem durch inten­sive Pflege von Kon­tak­ten zu den mög­lichen Arbeit­gebern. Hier finden Sie weitere
Unter­stüt­zung bei der Bewer­bung Die Flücht­linge haben noch keine Erfahrun­gen auf dem deut­schen Arbeits­markt. Deshalb brauchen Sie Unter­stützung bei der Erstel­lung von Bewer­bungs­unter­lagen und der Vor­berei­tung von Bewer­bungs­gesprä­chen. Eine Check­liste für die Erstel­lung eines Lebens­laufs und Muster­lebens­läufe findet man z.B. hier. Der Helfer­kreis ver­wendet diese eigene Vor­lage.
Quali­fi­zierungs­pro­gramme U.U. kann man Förder­pro­gramme nutzen, um Flücht­linge in Arbeit zu bringen. Weitere Informa­tionen finden Sie
Arbeits­möglich­keiten für Wissen­schaft­ler Die Europä­ische Union hat die Ini­tia­tive Science4Refugees gestar­tet, die Kontakte zwischen Wissen­schaft­lerInnen unter den Flücht­lingen und Universi­täten und For­schungs­ein­rich­tungen erleich­tern soll, mit dem Ziel Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nisse zustande zu bringen.  
Arbeits­erlaub­nis

Alle Asyl­bewer­ber benöti­gen vor einer Arbeits­auf­nahme eine Arbeits­erlaub­nis der Aus­länder­behörde.

Voraus­setzun­gen ist u.a. eine Berück­sich­tigung des Mindest­lohns. In den ersten 15 Monaten wird außerdem geprüft, ob es keine „bevor­rechtig­ten Arbeit­nehmer” für die Arbeits­stelle gibt. Dies sind Deutsche, aber auch EU-Aus­länder oder aner­kannte Flücht­linge. Flücht­lingen aus soge­nannten „sicheren Her­kunfts­staaten” und solchen mit „offen­sicht­lich unbe­gründe­ten Asyl­anträgen” wird in Bayern die Arbeits­erlaub­nis immer wieder ver­wei­gert.

Unser Leit­faden „Arbeits­erlaub­nis und -auf­nahme” beschreibt die erfor­der­lichen Arbeits­schritte im Detail.

Zur Bean­tra­gung einer Arbeits­erlaub­nis ist das For­mu­lar „Stellen­beschrei­bung” und eine zusätz­liche Anlage dazu aus­zu­füll­en und bei der Aus­län­der­behörde des Land­rats­amts abzu­geben. Der Antrag­stel­ler sollte sich die Abgabe schrift­lich bestä­tigen lassen. Die zwei dafür benötig­ten Formu­lare und ein Infor­ma­tions­blatt für den Arbeit­geber findet man auf dieser Seite des Land­rats­amts unter „For­mu­lare und Merk­blät­ter”.

Weitere Hinweise zur Beschaf­fung der Arbeits­erlaub­nis finden Sie

Arbeits­recht Für Flücht­linge mit Arbeits­erlaub­nis gelten weit­gehend die gleichen abeits­recht­lichen Bedin­gun­gen wie für deutsche Arbeit­nehmer. Flücht­linge brauchen aber u.U. Unter­stüt­zung, damit sie ihre Rechte auch durch­setzen können. Der DGB hat Infor­ma­tions­mate­rial zum Thema Arbeits­recht für Flücht­linge zusammen­gestellt. U.a. gibt es Flyer in Deutsch, Ara­bisch, Eng­lisch, Farsi und Fran­zö­sisch zu den Themen Mindest­lohn, Leih­arbeit, Schein­selbst­ständig­keit und Lohn­ver­weige­rung.
Führer­schein Für viele Tätig­keiten ist ein Führer­schein eine wichtige Voraus­setzung. Leider ist die Aner­kennung oder Umschrei­bung eines in den Her­kunfts­ländern der Flücht­linge ausge­stellten Führer­scheins in der Regel nicht so einfach. Nach einem Urteil des Bundes­ver­wal­tungs­gericht genügt aber eine Auf­ent­halts­gestat­tung in allen Fällen als Iden­ti­täts­nach­weis beim Fahr­erlaub­nis­erwerb.

Wie Flücht­linge in den Besitz eines Führer­scheins kommen können, wird hier auf einer Seite des Forums Asyl Nieder­bayern FAN beschrie­ben.

Bei aner­kann­ten Flücht­lingen finan­ziert u.U. das Job­center die Kosten der Aner­ken­nung des aus­ländi­schen Führer­scheins.

Bank­konto Der Flücht­ling muss für die Arbeits­aufnahme über ein Bank­konto verfügen. Einzel­heiten zur Eröff­nung eines Bank­kontos finden Sie
Versiche­rungen Asyl­bewerber, die Ein­nahmen haben, müssen Mitglied einer gesetz­lichen  Kranken­ver­siche­rung werden. Aus­genom­men sind Minijobs, bei denen das Land­rats­amt weiter Kran­ken­hilfe leistet. Auch alle Flücht­linge mit SGB-II-Bezug müssen müssen Mitglied einer gesetz­lichen  Kranken­ver­siche­rung sein. Bei der Beendi­gung eines Arbeits­ver­hält­nisses inner­halb der ersten 15 Monate des Aufent­halts in Deutsch­land ist unbe­dingt die Kranken­ver­siche­rung zu infor­mieren, dass der Asyl­bewer­ber die Arbeit beendet hat und die Kran­ken­hilfe ab dann wieder vom Land­rats­amt über­nom­men wird. Wenn das unter­lassen wird, ver­langen die Kran­ken­ver­siche­rer von den Asyl­bewer­bern bis zu 800 €, die nicht vom Land­rats­amt erstat­tet werden. 
Steuer-ID Der Flücht­ling muss für die Arbeits­auf­nahme über eine Steuer-ID verfügen. Eine Beschei­ni­gung über die Steuer­identi­fika­tions­nummer kann im Meldeamt der Gemeinde bei per­sön­lichem Erschei­nen mit Ausweis abgeholt werden.
Arbeits­ein­kommen

Der/die Arbeit­nehmerIn bekommt den Lohn (z.B. 450 €) ganz normal vom Arbeit­geber auf das vom ihm eröff­nete Konto über­wiesen.

Für die Asyl­bewerber beson­ders interes­sant ist natür­lich, wie sich ihre Ein­kommens­ver­hält­nisse durch die Arbeits­aufnahme ver­ändern.

Nach Anrech­nung des Ver­dienstes (unter Berück­sichti­gung eines Frei­betrags von 25% des Lohnes und maximal 50% der Asyl­bewerber­leistun­gen Taschen­geld und Hilfe zum Lebens­unter­halt) wird von der Leis­tungs­ab­tei­lung die noch zuste­hende Asyl­bewerber­leistung berech­net und vor Ort in der Gemeinde Kirch­heim bzw. im LRA aus­bezahlt. Dabei werden noch weitere Fak­toren berück­sichtigt, wie z.B. die Kosten der Unter­kunft. Bei höheren Ein­kommen können sich sogar nega­tive Beträge für die Asyl­bewerber­leistung ergeben. Aber unter dem Stich lohnt sich die Auf­nahme einer Arbeit für Asyl­beweber immer.

Jeder Einzel­fall wird natür­lich von der Leis­tungs­ab­tei­lung geprüft und berech­net.

Ohne jegliche Gewähr hat der Web­master ein Excel-Arbeits­blatt zusam­men­ge­stellt, mit dem das effek­tive Ein­kommen von arbeiten­den Asyl­bewer­bern berech­net werden kann. Es gilt nur für voll­jährige, allein­stehende Asyl­bewerber, die noch nicht aner­kannt worden sind und keine Kirchen­steuer zahlen müssen. Es vernach­lässigt auch einige Details, wie z.B. mit der Erzie­lung des Ein­kommens ver­bun­dene not­wendige Ausgaben. Die Brutto-Ein­kom­men in den grauen Zellen des Arbeits­blatts können ver­ändert werden. Das gleiche gilt für den Betrag, den das Aus­länder­amt als geld­werten Vorteil durch das Wohnen in der Unter­kunft unter­stellt. Je nach Browser und Sicher­heits­ein­stel­lungen müssen Sie die Arbeits­mappe lokal spei­chern, bevor Sie sie anschauen und Eingaben machen können.

Wer das Excel-Arbeits­blatt nicht öffnen kann, kann sich eine Beispiel­rechnung für einen 450€-Job und für eine Arbeits­stelle mit €1200 Brutto anschauen. Änderun­gen, Ergänzun­gen und Kritik bitte an .

Wenn Sie uns auf Arbeits­möglich­keiten für Flücht­linge hin­weisen wollen oder wenn Sie in der Arbeits­gruppe „Arbeit und Inte­gra­tion” mit­arbei­ten möch­ten, benut­zen Sie bitte unser