AG Gesundheit im Helferkreis Asyl Kirchheim b. München e.V.

AG Gesundheit

Die Arbeits­gruppe Gesund­heit kümmert sich um die Orga­nisa­tion der medi­zini­schen Betreuung der Flücht­linge.

Die Helfer der Arbeits­gruppe infor­mieren die Flücht­linge über die Besonder­heiten des deut­schen Gesund­heits­wesens, helfen bei der Arztwahl, unter­stützen sie bei den erforder­lichen Formali­täten, begleiten sie bei Bedarf zum Arzt, kümmern sich um den Impf­schutz und unter­stützen Schwan­gere vor und nach der Geburt.

Ansprech­partner der AG Gesund­heit ist Gerda Zan­zinger. Benut­zen Sie bitte unser wenn Sie ihr etwas mitteilen möch­ten.
Aufgabe

Was ist zu tun?

Weitere Informa­tionen

Gesund­heit­liche Betreu­ung Erkrankte Flücht­linge brauchen eine beson­dere Betreu­ung. Dazu gehören die unge­wohn­ten Forma­li­täten, die Arzt­wahl und bei Bedarf auch die Beglei­tung zu Arzt und Apotheke oder zum Kran­ken­haus.
Ärzt­liche Behand­lungen erfolgen in den ersten 15 Monaten des Auf­ent­halts nur bei akuten und akut behand­lungs­bedürf­ti­gen Erkran­kungen, Schmer­zen, Schwan­ger­schaft, Schutz­imp­fun­gen und Vor­sorge­unter­suchun­gen. Es können ins­beson­dere Leis­tungen gewährt werden, wenn sie im Ein­zel­fall zur Siche­rung der Gesund­heit uner­läß­lich sind.
Beitritt zu einer Kranken­kasse Nach ihrer Aner­ken­nung als Flücht­linge bzw. Asyl­berech­tigte oder spätes­tens nach 15 Mona­ten Auf­ent­halt werden Asyl­bewer­ber Mit­glied einer gesetz­lichen Kranken­kasse. Die Flücht­linge, die in einer gesetz­lichen Kranken­kasse sind, müssen darauf hinge­wiesen werden, dass sie Belege über Krank­heits­kosten auf­heben. Am Ende des Jahres ist eine Zuzah­lungs­be­freiung möglich, wenn die Zuzah­lungen über 2% des Brutto­ein­kom­mens betragen.
Kranken­scheine

Solange sie nicht einer Kran­ken­ver­siche­rung bei­ge­treten sind, benöti­gen Asyl­bewer­ber einen Kranken­behand­lungs­schein, der vom Land­rats­amt aus­ge­stellt wird und ein Quartal gültig ist.

Während dieser Zeit sind Asyl­bewer­ber an das Haus­arzt­prin­zip gebunden. Fach­ärzte können nur mit Über­weisun­gen der Haus­ärzte auf­gesucht werden.

Weitere Infor­ma­tionen und eine Liste von Haus­ärzten in Kirch­heim stehen in diesem Merk­blatt.

Jeder Über­wei­sung muss eine Kopie des Kran­ken­behand­lungs­scheins bei­gefügt werden.

Arzt­beglei­tung

Bei Bedarf ver­mittelt die AG eine Beglei­tung zum Arzt.

Bei Fach­arzt­besuchen, z.B. zum Radio­logen, wird ein Arzt­begleit­brief mit­ge­geben. Beim Arzt­besuch innerhalb der ersten 15 Monate muss Asyl­bewerbern dieses Informa­tions­blatt für behan­delnde Ärzte des Landrats­amts mit­gege­ben werden.

Bei der Kom­muni­ka­tion mit dem Flücht­lingen kann das Bild­wörter­buch der Apo­theken-Umschau helfen.

Notfälle In Notfall­situa­tionen muss schnell reagiert werden. Der Sicher­heits­dienst ist ver­pflich­tet, Notfälle beim ärzt­lichen Bereit­schafts­dienst zu melden. In lebens­bedroh­lichen Situa­tionen muss die Rettungs­leit­stelle infor­miert werden. Die Telefon­nummern:
  • Ärzt­licher Bereit­schafts­dienst: 089 116117
  • Rettungs­leit­stelle: 112
Behand­lung von Trauma­tisie­rungen Viele Flücht­linge sind von Erleb­nissen in ihrem Heimat­land oder von der Flucht trauma­tisiert. Während der ersten 15 Monate ihres Aufent­halts sind die Behand­lungs­möglich­keiten sehr be­schränkt. Diese Lücke muss von kari­tativen Initia­tiven ausge­füllt werden.

Um trauma­ti­sierte Kinder kümmert sich auch die AG Betreu­ung.

Refugio München ist ein Bera­tungs- und Behand­lungs­zentrum für Flücht­linge und Folter­opfer.

Psychi­sche Beschwer­den

Die Erleb­nisse während der Flucht und die völlig neue Situa­tion danach kann auch andere psychi­sche Aus­nahme­situa­tionen zur Folge haben. Einen mutter­sprach­liche psy­chia­tri­sche Behand­lung und Psycho­thera­pie ist oft schwer zu finden und zu finan­zieren.

Der Bundes­ver­band der Ange­höri­gen psy­chisch erkrank­ter Menschen (BApK) hat sein Programm "SeeleFon" für Flücht­linge erwei­tert. Es bietet eine tele­fo­nische Beratung in deut­scher, eng­lischer, franzö­sischer und ara­bischer Sprache an.

Bei der Inneren Mission München gibt es Hilfs­angebote für Menschen mit psychi­schen Erkran­kungen.

In München hat eine mehr­sprachige Praxis eine psy­chia­tri­sche und psycho­thera­peuti­sche Flücht­lings­ambu­lanz ein­gerich­tet.

Impf­schutz

In Zusammen­arbeit mit dem Land­rats­amt versucht der Helfer­kreis, sich auch um den Impf­schutz der Flücht­linge zu kümmern.

Für den ersten Impf­schutz sorgt das Land­rats­amt. Danach werden fehlende Impfungen laut Impfpass vom Hausarzt vor­genom­men.

Die Bundes­zentrale für gesund­heit­liche Auf­klärung stellt all­gemeine Informa­tions­materia­lien zu Impfungen in den Sprachen Deutsch, Arabisch, Englisch, Russisch und Türkisch zur Verfügung. Informa­tionen in diesen und weiteren Sprachen gibt es vom Robert Koch Institut.
Schwanger­schaft und Geburt Asyl­bewerberin­nen, die schwanger sind, werden auf­gefor­dert, die Lei­stun­gen des Asyl­bewerber­leis­tungs­gesetzes auch während der Schwanger­schaft in Anspruch zu nehmen. Der Leitung der AG liegt ein Schrei­ben des Land­rats­amt an die Hebam­men vor, aus dem hervor­geht, welche Hebam­men­dienst­leistun­gen abge­rech­net werden können.
Die AG Bedarfe bemüht sich, junge Mütter bis zur Ent­bindung mit dem Not­wendig­sten zu ver­sorgen. Vom Land­rats­amt München haben wir ein Liste in eng­lischer und franzö­sischer Sprache bekom­men, welche Aus­stat­tung für Neu­geborene benötigt wird.
Ab der 30. Woche ist eine Anmel­dung in einer Geburts­kli­nik nötig. Für Kirch­heim zustän­dig und gut erreich­bar ist das Klinikum rechts der Isar. Alle Infor­ma­tionen zur Geburts­anmel­dung finden Sie hier. Die Schwan­gere sollte zur Anmel­dung auch den Ausweis mit­nehmen.
Der Frauen­arzt teilt der Schwan­geren Adressen von Hebammen mit. Auch bei der Hebamme empfiehlt sich eine Anmel­dung ab der 30. Woche.
 

Nach der Ent­bin­dung kümmern sich Helfer der AG um die Forma­li­täten bei Aus­länder­amt und Leistungs­abteilung des Land­rats­amts und um die Anmel­dung beim Stande­samt.

Still­beratung kann auf Anfrage in der Sprech­stunde ver­mit­telt werden.

Die Leitung der AG kann darüber Auskunft geben, was genau zu beachten ist.
Umgang mit einge­schränk­ten Gesund­heits­leistun­gen In den ersten 15 Monaten ihres Aufent­halts haben Asyl­bewerber nur Anspruch auf die Behand­lung von Akut­erkrankun­gen und Schmerz­zuständen. Deshalb müssen z.B. alle Heil­mittel­ver­ordnun­gen vorab vom Land­rats­amt genehmigt werden. Aus diesen Ein­schrän­kungen ergeben sich Kon­flikte, die der Helfer­kreis aufzu­lösen versucht. Hinweise auf den Umgang der Kranken­häuser mit dieser Situa­tion findet man in einer Bro­schüre der Deut­schen Kranken­haus­gesell­schaft.
Land­kreis­Pass Alle Kirch­heimer Apo­the­ken und weitere Apo­the­ken des Land­kreises München räumen Inhabern des Land­kreis­Passes des Land­kreises München Rabatt beim Kauf von ver­schrei­bungs­freien Medika­menten ein. Einzel­heiten erfahren Sie auf einer Seite über die Medika­menten­hilfe im Land­kreis München.

Für alle diese Aufgaben werden weitere enga­gierte Helfer gesucht. Erfahrun­gen aus dem Gesund­heits­wesen und Sprach­kennt­nisse - vor allem in Englisch und Persisch - sind dafür hilf­reich aber nicht unbedingt erforder­lich. Bitte benut­zen Sie unser